Auswahl eines Pico Projektors

Der Fortschritt der Technik und der Trend der multimedialen Mobilität macht auch vor den Projektoren nicht Halt und bewirkt, dass die Geräte immer leistungsstärker und kleiner werden. Mit Hilfe der LED-Technik, deren Lichtausbeute bei geringem Energieverbrauch immer mehr zunimmt, ist es inzwischen möglich Projektoren zu entwickeln, die in jede Westentasche passen – die sog. Pico Projektoren.

Ich war auf der Suche nach einem solchen Gerät, um einfach mal schnell verschiedene Inhalte an die Wand werfen und mit anderen teilen zu können. Ich wollte bewusst kein Gerät, welches in einer Leistungsklasse spielt, um meinen Fernseher ablösen zu können. Der Projektor ist eher als Gadget zu sehen, der ab und zu mal eingesetzt wird und einen Kompromiss aus Leistungsdaten und Größe darstellt.

Während ich mir einen Überblick über die auf dem Markt verfügbaren Geräte verschaffte, stellten sich schnell ein paar Punkte heraus, auf die ich besonderen Wert legte und die der neue Pico Projektor erfüllen sollte.

Leuchtkraft (ANSI Lumen)

Die Leuchtkraft der Pico Projektoren reicht von sparsamen 15 ANSI Lumen bis ca. 300 ANSI Lumen. Je heller ein Beamer ist, desto weniger muss das Umfeld abgedunkelt werden, um noch ein vernünftiges und kontrastreiches Bild zu erhalten. Die kleineren Geräte in dieser Klasse haben meist bis zu 50 ANSI Lumen, die größeren bis zu 300. Ebenfalls beachten muss man, dass viele Hersteller mit der maximalen Leuchtkraft werben, die das Gerät aber nur erreicht, wenn es an der Steckdose betrieben wird. Ich orientierte mich an einer Leuchtkraft von ca. 100 ANSI Lumen. Hier war auch wieder der Kompromiss zwischen Leistung und Größe/Gewicht entscheidend.

Auflösung

Bei der Auflösung verhält es sich wie bei der Leuchtkraft. Sie reicht von 640×480 Pixel, über 854×480 Pixel, bis hin zu 1200×800 Pixel. Die geringste Auflösung sagte mir nicht zu, da sie das Seitenverhältnis 4:3 aufweist und ich bei meinen zuspielenden Geräten, die meist das 16:9-Format nutzen, Projektionsfläche verschwenden würde. Die Auflösung von 854×480 entspricht einem Seitenverhältnis von 16:9 und somit meinen Anforderungen.

HDMI-Anschluss

Nicht alle Pico Projektoren bieten einen HDMI-Anschluss. Da ich jedoch mein iPhone über einen  entsprechenden Adapter an den Beamer anschließen möchte, war dies ebenfalls eine Grundvoraussetzung für den Projektor.

Darstellung von HD-Material

Wer meint, ein Beamer kann alles darstellen, was man ihm über das Kabel anbietet, so irrt er. Habe ich zum Beispiel einen Film mit einer Auflösung vom 1080p vorliegen, so können das ebenfalls viele Projektoren dieser Klasse nicht darstellen. Damit man das vorhandene Film-Material nicht noch erst umrechnen muss, sollte der Projektor also mit möglichst vielen Auflösungen zurecht kommen. 1080i sollte in meinem Fall das Minimum darstellen.

Batteriebetrieb

Damit der Projektor seiner Rolle als mobiles Abspielgerät vollauf gerecht werden kann, sollte er auf jeden Fall auch einen Akku mitbringen. Ob wechselbar oder fest eingebaut war für mich nicht wichtig. Eine Stunde sollte der Beamer aber schon im Akku-Betrieb schaffen. Ist es mehr, ist es auch nicht schlecht.

Stativ-Gewinde

Da den Beamer dieser Größenordnung meist jegliche Bild-Korrektur-Funktionen fehlen (Ausnahme: AAXA P300) und der Projektor möglichst orthogonal zur Projektionsfläche platziert werden sollte, bietet sich ein Stativ-Gewinde an der Unterseite des Gerätes an, um den Beamer besser im Raum platzieren zu können.

Unter Anbetracht der oben genannten Must-Have-Features kamen Folgende Geräte in meine engere Auswahl:

  1. Brookstone Mini HDMI Projector
  2. Telstar MP50 M
  3. Pico Genie P100
  4. Optoma PK301+
  5. Aiptek PocketCinema V100
  6. AAXA P300

Vergleich technische Daten

Brookstone HDMI Pocket Projector Telstar MP 50 M Pico Genie P100 Optoma PK301+ Aiptek Pocket Cinema V100 AAXA P300
Auflösung (Pixel) 854×480 854×480 854×480 854×480 854×480 1280×800
Seitenverhältnis 16:9 16:9 16:9 16:9 16:9 16:10
Kontrast 1000:1 1000:1 1000:1 3000:1 1000:1 2000:1
LED Lebensdauer 20.000 Stunden 20.000 Stunden 20.000Stunden 20.000 Stunden 20.000 Stunden 15.000 Stunden
Leuchtkraft Netz/Akku (ANSI Lumen) 85/85 85/85 85/85 100/50 100/50 300/160
max. Projektionsdiagonale 60“ 60“ 60“ 150“ 120“ 120“
Fokus manuell manuell manuell manuell manuell manuell
Lautsprecher ja, stereo, 1,0 W ja, stereo, 1,0 W ja, stereo, 1,0 W ja, 0,5 W ja ja, stereo, 1,0 W
Interner Speicher n. v. n. .v. n. v. 55 MB 2 GB n. v.
Bedienelemante 5 Soft-Touch-Tasten 5 Soft-Touch-Tasten 5 Soft-Touch-Tasten 7 Tasten 6 Tasten 8 Tasten
Stativgewinde ja ja ja ja ja ja
Akku integriert, 3800 mAh, 3,7 V, Li-Polymere, wiederaufladbar integriert, 3800 mAh, 3,7 V, Li-Polymere, wiederaufladbar integriert, 3800 mAh, 3,7 V, Li-Polymere, wiederaufladbar wechselbar integriert, 1600 mAh, 7,4 V, LI-Polymere, wiederaufladbar optional
Laufzeit Akku bis zu 120 Minuten bis zu 120 Minuten bis zu 120 Minuten bis zu 90 Minuten bis zu 90 Minuten bis zu 60 Minuten
Maße 99,5 mm x 99 mm x 22,5 mm (L x B x H) 99,5 mm x 99 mm x 22,5 mm (L x B x H) 99,5 mm x 99 mm x 22,5 mm (L x B x H) 120 mm x 70 mm x 30 mm (B x T x H) 106 mm x 104 mm x 32 mm (L x B x H) 125 mm x 80 mm x 25 mm (B x T x H)
Gewicht 220 g 235 g 235 g 208 g 589 g
Kühlung ja ? ? ? aktiv ja
HDMI-In ja ja ja ja (Mini HDMI) ja (Mini HDMI) ja
AV-In nein nein nein ja ja (3,5 mm Klinke) ja
VGA-In nein nein nein ja ja (optionaler Adapter erforderlich) ja
Komponenten-In nein nein nein nein ja (optionaler Adaptererforderlich) nein
USB ja ja ja (nur Ladefunktion für andere Geräte) ja ja ja
Kartenleser nein nein nein microSD (bis 32 GB) SD/SDHC (bis 32 GB) nein
Audio-Out ja (3,5 mm Klinke) ja (3,5 mm Klinke) ja (3,5 mm Klinke ja (3,5 mm Klinke) ja (3,5 mm Klinke) ja (3,5 mm Klinke)
Fernbedienung nein nein nein ja ja ja
Video 1080i720p 1080p720p

Bei den Geräten von Brookstone, Pico Genie und Telstar scheint es sich um baugleiche Geräte zu handeln, die von einem Hersteller für die einzelnen Firmen „gebranded“ wurden. Da auch die Verfügbarkeit dieser Geräte in Deutschland sehr schlecht ist, sind diese dann schlussendlich ausgeschieden.

Das Gerät von AAXA entspricht preislich und auch in Bezug auf Größe und Gewicht nicht unbedingt meinen Vorstellungen. Meine Wahl viel schlussendlich auf das Gerät von Aiptek. Beeinflusst wurde die Entscheidung durch die kurzfristige Verfügbarkeit bei einem großen Versandhändler, gestützt wurde die Entscheidung durch den größeren internen Speicher sowie das Versprechen, dass das Gerät Bildmaterial mit 1080p verarbeiten kann.