Foto-Tombola

Ich fotografiere nun schon seit geraumer Zeit und habe mich auch schon oft gedanklich damit auseinandergesetzt, wie es zu schaffen ist, sich intensiver mit einem Thema (Subjekt) auseinandersetzen. Mein erster Gedanke war, dass man sich quasi zu Themen zwingen muss. Normalerweise fotografiert man in erster Linie die Dinge, die einem liegen oder gefallen. In meinem Fall sind das tendenziell eher Tiere und Lanschaften. Was passiert aber, wenn ich ein Thema vorgegeben bekomme? Ich muss mich dann zwangsläufig damit auseinandersetzen, um ein ansprechendes Foto zustande zu bekommen. Mein zweiter Gedanke galt der Vielfältigkeit. Beim gelegentlichen Fotografieren, werden in der Regel ein, zwei, vielleicht auch drei Aufnahmen eines Subjektes gemacht, dann geht es schon wieder weiter. Was aber, wenn ich mich ausschließlich mit dem einen Thema befassen muss? Ich kann mir gut vorstellen, dass man anfängt zu experimentieren und vielfältige Möglichkeiten entdeckt, das vorgegebene Thema umzusetzen, bzw. zu fotografieren.

Geboren war der Gedanke einer Foto-Tombola. Man Schreibe eine Vielzahl einzelner Begriffe auf jeweils einen Zettel und mischt diese wie bei den Losen einer Tombola. Zieht man nun einen Zettel, so hat man schon seine Themenvorgabe, mit man sich auseinandersetzen soll. Man kann durchaus für jeden Tag des Jahres einen solchen Zettel fabrizieren. Freunde und Bekannte können einem evtuell bei der Ideengebung behilflich sein, um für noch mehr Überraschung beim Ziehen zu sorgen. Einzelne gegenstände oder aber auch ganze Themen können als Begriffe verwendet werden. Obtimalerweise sollten sie unabhängig von den Jahreszeiten sein, da man ja nicht weiß, wann der Zettel gezogen wird.

Man stelle sich nun vor, man zieht den Begriff „Kieselstein“. Fängt man an, sich mit dem Begriff auseinanderzusetzen, so entstehen automatisch die verschiedensten Bilder im Kopf. Fotografiere ich eine einzelnen Kieselstein, eine paar Kieselsteine, einen ganzen Haufen? Mache ich eine Makroaufnahme? Fotografiere ich ein ganzes Kieswerk? Selbst wenn man nur einen einzelen Kieselstein zu Hand nimmt, bieten sich immer noch eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich dem Thema zu nähern. Von den Seiten, angeschnitten, nicht angeschnitten, viel oder wenig Schärfentiefe, usw. usw.

Eine konkrete Vorgabe eines Thema hilft der alltäglichen Reizüberflutung zu entkommen. Sie zweingt einen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, da alles drumherum ausgeblendet wird. Das Ergebnis ist eine Bilderserie mit einem konkreten Thema, der man ansehen kann, wie weit man sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.